Die Vernunft setzt sich durch

Soll eine Gemeinde Geld in Aktien anlegen? Auch dann, wenn sie rote Haushaltszahlen schreibt? Wir meinen nein! Es ist nicht die Aufgabe einer Gemeinde, sich an Spekulationsgeschäften zu beteiligen. Es ist durchaus legitim, wenn sie Überschüsse kurzfristig anlegt. Jedoch muss sichergestellt sein, dass sie schnell darauf zurückgreifen kann. Die Schleswig-Holstein Netz AG ist zurzeit wohl eine solide Adresse, doch können wir das Anlagerisiko nicht einschätzen oder überblicken.

Viele Gemeinden haben kein Problem, für den Kauf von Aktien ein Darlehen aufzunehmen. In Witzwort hat sich bei dieser Abstimmung jedoch die Vernunft durchgesetzt: Die Wählergemeinschaft Witzwort (WGW) stimmte zusammen mit der Wählergemeinschaft Witzwort: offen und fair (WOF) geschlossen gegen den Antrag, sodass die CDU und der fraktionslose Gemeindevertreter sich nicht durchsetzen konnten.

Das Pikante an der ganzen Angelegenheit: Der Vorschlag für den Aktienkauf kam vom Amt Nordsee-Treene, fertig vorformuliert in Form einer Beschlussvorlage. Man denkt ja, das Amt sei als Dienstleister für die angeschlossenen Gemeinden tätig. Den Aktienkauf hat das Amt aber von sich aus vorgeschlagen – und als völlig risikolos eingeschätzt. Kein Wunder, es sollte ja auch nicht mit ihrem Geld spekuliert werden, sondern mit dem der Gemeinde Witzwort. Gut, dass der Vorschlag jetzt vom Tisch ist.

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