Verkehr in der Dorfstraße

Stillschweigend und selbstverständlich wird dann der Bürgersteig zur Fahrbahn. Seitenspiegel treffen auf Dachrinnen, Fußgänger können den Bürgersteig nicht benutzen, weil er an einigen Stellen so schmal ist, dass man einem vorbei fahrenden großen Rad direkt in die Nabe schauen kann.

„Reg dich nicht auf“, heißt es dann, „wenn Du in der Dorfstraße wohnst, musst Du damit rechnen!“ Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Jedoch ist die Dorfstraße Teil einer Kreisstraße und nicht einer Bundestraße. Ihre Breite ist eher für Pferdegespanne ausgelegt, nicht für den Schwerlastverkehr des 21. Jahrhunderts. Kein Thema, in Notsituationen müssen wir Umleitungen in Kauf nehmen, jedoch müssen die Belastungen erträglich sein.

Darum gilt es nach Lösungen zu suchen. Bereits in der letzten Gemeindevertreterversammlung schlug Gaby Lönne, Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Witzwort: offen und fair – WOF für solche Fälle eine Ampellösung vor, die den Verkehr durch die enge Dorfstraße regelt. Bürgermeister Willi Berendt tat das ab mit dem Kommentar: „Dat geit nich!“ Im gleichen Atemzug lobte er den Einsatz der Feuerwehr, die bei einer Vollsperrung der B 5 sämtliche Gemeindewege zur Schonung der Bankette für Fahrzeuge blockiert hatte. Die Frage sei erlaubt, was uns wichtiger ist: der Schutz der Bürger vor Gefahren oder die Unversehrtheit der gemeindlichen Bankette?

Für das Wochenende vom 9. bis 12. September ist wegen Gleisarbeiten am Bahnübergang in Platenhörn eine Vollsperrung der B 5 geplant mit Umleitung durch Witzwort. Gaby Lönne hat die Dorfstraße mit dem Leiter des Ordnungsamtes besichtigt und eine Ampellösung vorgeschlagen. Nach eingehender Beratung mit der Fachaufsichtsbehörde des Kreises stimmte er dieser Lösung zu und wird sie veranlassen.

Auch diese Lösung birgt natürlich Vor- und Nachteile. Wie lang wird z. B. die Schlange der vor den Ampeln wartenden Fahrzeuge? Dazu Gaby Lönne pragmatisch: "Das wissen wir nicht. Wir sollten jetzt einfach sehen, ob es so besser funktioniert."

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Jürgen Schlüns

Kommentar von Jürgen Schlüns |

Ich möchte meinen Kommentar vom 3.9. dahingehend erweitern, dass es auch nach der Dorfstrasse,
so ab Feuerwehr morgens eklatante Verstösse gegendie Verkehrsbestimmungen gibt.
Ab Feuerwehreinfahrt nehmen die Fahrzeuge aus dem Dorf Geschwindigkeit auf, das gipfelt dann bis zur
Hausnummer 54 (Wulf) schon mal bis zu Tempo 100, obwohls das Dordausgangsschild erst dahinter (Richtung Simonsberg) steht. Auch die Gegenrichtung ist nicht besser. Es wird ins Dorf hineingerast, erst kurz vor der Einfahrt Parkweg wird abgebremst, weil da sieht man nichts. Hier könnte eine Kontrolle einen wahren Geldsegen bescheren. Und die hinausfahrenden Fahrzeuge, PKW oder Kleintransporter sind überwiedend Witzworter. Diese Erfahrung habe ich über Jahre gemacht,und ich denke, daran hat sich bis heute nichts geändert.

Andreas Schaperdoth

Kommentar von Andreas Schaperdoth |

Die Ampellösung finde ich klasse. Und für ein Tempolimit, das Jürgen anspricht, wären Geschwindigkeitskontrollen sinnvoll, z. B. mithilfe von „PoliScan Speed“. Immer mehr Gemeinden investieren in diese „Laserpistolen mit Rundumsicht“, die ganz nebenbei richtig effektiv sind. Vielleicht bekommt die Gemeinde ja ein oder zwei dieser Teile irgendwo günstig gebraucht. Eines könnte am Rosenmarkt stehen, ein zweites gegenüber von Rathje. Gute Idee?

Jürgen Schlüns

Kommentar von Jürgen Schlüns |

Das ist doch super !!! Die Dorfstrasse ist unter normalen Bedingungen schon eng genug. Wenn ich morgens um 05:30 durch gehe, dann muss ich aufpassen, an schmalen Stellen nicht von irgendwelchen rasenden Traktoren oder Aussenspiegeln etlicher PKW´s "mitgenommen" zu werden. Denn an das Tempo 30 halten sich alle Auswärtigen, nur die Witzworter nicht. Das ist meine jahrelange Erfahrung.
Und wenn der BM etwas gegen eine Ampellösung hat, dann sollte er selbst die verkeilten Schwerlast-LKW auseinanderziehen. Vielleicht per Motorrad ??

Bitte rechnen Sie 3 plus 1.